Was macht einen Ort zur Heimat? Und was passiert, wenn Menschen nicht nur über Veränderung sprechen, sondern selbst etwas bewegen? Diesen Fragen widmete sich die Brost-Stiftung bei ihrer Veranstaltungsreihe „Heimat Ruhr II – Vor Ort mit Peter Lohmeyer“ in der Kalten Halle in Gelsenkirchen-Ückendorf. Mittendrin: Gerald Asamoah – Fußballer, Wahl-Gelsenkirchener und Stifter.
Gemeinsam mit Dr. Boris Berger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Brost-Stiftung, Peter Lohmeyer und weiteren Akteurinnen und Akteuren machte sich Gerald Asamoah zunächst ein Bild von der Entwicklung der Bochumer Straße. Beim Rundgang durch das Quartier wurde deutlich, wie viel Engagement, Kreativität und Eigeninitiative bereits heute den Wandel in Ückendorf prägen.
Im anschließenden Gespräch sprach Gerald Asamoah über seinen eigenen Weg nach Gelsenkirchen. 1999 kam er von Hannover 96 zum FC Schalke 04 und zog nach Gelsenkirchen. Aus dem neuen Wohnort wurde schnell ein Zuhause. „Ich bin nach Gelsenkirchen gezogen, wusste nicht, was mich erwartet und hab mich in die Stadt verliebt“, erinnerte sich Asamoah. Besonders die Offenheit und Akzeptanz der Menschen hätten ihm von Anfang an das Gefühl gegeben, angekommen zu sein. Sein Fazit: „Heimat ist da, wo man sich wohlfühlt.“ Diese persönliche Geschichte verbindet Gerald Asamoah bis heute eng mit Gelsenkirchen. Hier hat nicht nur seine sportliche Karriere einen entscheidenden Abschnitt genommen – hier ist auch der Ort, an dem aus einer persönlichen Erfahrung gesellschaftliches Engagement entstanden ist.
Aus Dankbarkeit etwas zurückgeben
Mit 19 Jahren wurde bei Gerald Asamoah ein angeborener Herzfehler festgestellt. Seine eigene Herzgeschichte prägt bis heute seine Arbeit. 2007 gründete er deshalb die Gerald Asamoah Stiftung für herzkranke Kinder. Sein Versprechen: etwas zurückzugeben.
Die Stiftung hat ihren Sitz in Gelsenkirchen – und ist von hier aus national und international aktiv. Im Mittelpunkt stehen herzkranke Kinder und ihre Familien: Die Stiftung ermöglicht lebensrettende Operationen für Kinder aus Ländern, in denen ihnen diese medizinische Versorgung nicht zur Verfügung steht, unterstützt medizinische Hilfseinsätze in Ghana und engagiert sich in Deutschland für Prävention, Laienreanimation und Herzsicherheit.
Gerald Asamoahs Engagement ist dabei eng mit seiner eigenen Geschichte verbunden. Aus dem persönlichen Glück, trotz seines Herzfehlers Fußballprofi und Nationalspieler werden zu können, ist ein langfristiges Versprechen geworden: Kindern die Chance zu geben, ihre eigenen Träume zu verwirklichen.
Gerade deshalb passt der Gedanke von „Heimat Ruhr“ so gut zur Arbeit der Gerald Asamoah Stiftung. Heimat entsteht nicht allein durch einen Ort. Sie entsteht durch Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich einbringen und etwas für andere bewegen.
Das zeigt sich auch in der Stiftungsarbeit vor Ort: Mit Partnern und Unterstützern setzt sich die Stiftung für mehr Herzsicherheit in Deutschland ein, vermittelt Wissen über Laienreanimation und unterstützt Initiativen, die Menschen im Alltag stärken. Gleichzeitig reicht das Engagement weit über die Region hinaus. In Ghana baut die Stiftung gemeinsam mit ihren Partnern medizinische Strukturen für herzkranke Kinder auf – aktuell in Accra, Kumasi und Mampong.
Gelsenkirchen bleibt dabei mehr als nur der Sitz der Stiftung. Die Stadt ist Teil ihrer Geschichte und ihrer Identität. Hier hat Gerald Asamoah eine Heimat gefunden. Und von hier aus wird Engagement weitergetragen – zu Kindern und Familien in Deutschland, nach Ghana und zu Menschen, die lernen, im entscheidenden Moment ein Leben zu retten.
Auch den Wandel in Ückendorf verfolgt Gerald Asamoah mit Begeisterung. „Es hat sich sehr viel verändert. Ich finde es geil, was hier entsteht!“, sagte er beim Besuch der Bochumer Straße. Damit schließt sich ein Kreis: Menschen gestalten ihren Stadtteil. Menschen übernehmen Verantwortung. Menschen schaffen Begegnung. Und Menschen geben etwas zurück. Heimat entsteht, wenn Menschen etwas bewegen. Gerald Asamoah hat in Gelsenkirchen seine Heimat gefunden – und nutzt diese Heimat, um gemeinsam mit vielen anderen etwas zu bewegen.
Alle Fotos: Copyright Brost-Stiftung