10 Jahre NAWIB: Aufklärung wirkt – aber Hilfe muss noch selbstverständlicher werden
Wir als Gerald Asamoah Stiftung würdigen die Erfolge des Bündnisses und setzen uns dafür ein, noch mehr Menschen zu Lebensrettern zu machen. Am 18. und 19. Oktober 2026 feiert das Nationale Aktionsbündnis Wiederbelebung (NAWIB) bei einem Treffen in Köln sein zehnjähriges Bestehen. Die Bilanz zeigt: Immer mehr Menschen in Deutschland helfen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Wir sind seit 2017 Bündnispartner und sehen das Jubiläum zugleich als Ansporn, die Laienreanimation noch stärker im Alltag zu verankern.
Als sich 2016 zunächst 13 Organisationen zum NAWIB zusammenschlossen, lag die Laienreanimationsquote in Deutschland bei rund 42 Prozent. 2010 waren es erst 14 Prozent. Für 2025 weist die Jubiläumsbilanz bereits eine Quote von mehr als 53 Prozent aus. Auch das Bündnis ist gewachsen: Inzwischen engagieren sich 28 Organisationen gemeinsam für mehr Wiederbelebung. Informationsangebote, Schulungen, Veranstaltungen und neue Bildungsformate tragen dazu bei, Wissen zu vermitteln und Menschen zum Handeln zu ermutigen.
Gerald Asamoah: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit“
Unser Stifter Gerald Asamoah weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Herzgesundheit ist. Bei ihm wurde ein angeborener Herzfehler festgestellt. Trotzdem schaffte er es bis in die deutsche Nationalmannschaft. Mit unserer Stiftung setzt er sich dafür ein, herzkranken Kindern lebensrettende medizinische Hilfe und neue Zukunftsperspektiven zu ermöglichen. Gleichzeitig ist es uns wichtig, Menschen dafür zu sensibilisieren, wie sie im Notfall Leben retten können.
„Wer meine Geschichte kennt, weiß: Ich habe mit einem angeborenen Herzfehler Profifußball gespielt. Ich kenne die Angst, dass das Herz plötzlich versagt. Mit meiner Stiftung helfen wir herzkranken Kindern – aber was nützt die beste Medizin, wenn im Notfall auf der Straße oder zu Hause niemand mit der Herzdruckmassage beginnt? Daher engagieren wir uns seit Jahren als Bündnispartner im NAWIB. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Bewusstsein für das Thema Reanimation zu schaffen, damit im Notfall jeder weiß, was zu tun ist, und keine wertvolle Zeit verloren geht. Von mir ein riesiges Dankeschön an alle NAWIB-Mitglieder für die wertvolle Arbeit der letzten zehn Jahre: Sie sorgen dafür, dass die Rettungskette in Deutschland immer stabiler wird.“
Prüfen. Rufen. Drücken.
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Bis der Rettungsdienst eintrifft, können Ersthelferinnen und Ersthelfer entscheidend dazu beitragen, ein Leben zu retten. Dafür braucht es keine medizinische Ausbildung. Die drei zentralen Schritte sind einfach: PRÜFEN. RUFEN. DRÜCKEN.
Wir engagieren uns unter anderem mit unseren HerzHelden dafür, Berührungsängste abzubauen und Menschen zu ermutigen, im entscheidenden Moment aktiv zu werden. Denn die Angst, etwas falsch zu machen, darf nicht dazu führen, dass wertvolle Zeit verloren geht. Bei einer bewusstlosen Person, die nicht normal atmet, muss unverzüglich der Rettungsdienst alarmiert und mit der Herzdruckmassage begonnen werden.
Die Erfolge der vergangenen zehn Jahre sind ein wichtiger Fortschritt. Doch unser Ziel ist noch nicht erreicht. Das NAWIB will künftig noch mehr Menschen in unterschiedlichen Lebenswelten erreichen, die Sensibilisierung frühzeitig fördern und Wiederbelebungsunterricht flächendeckend in Schulen verankern. Auch der Austausch zwischen verschiedenen Akteuren und die schnellere Alarmierung zusätzlicher Ersthelfender sollen gestärkt werden. Beim Jubiläumstreffen in Köln beraten die Bündnispartner über die nächsten Schritte. Für uns steht fest: Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, Wiederbelebung selbstverständlich zu machen – in Schulen, Vereinen, Unternehmen und im Alltag.
